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AdvantAGE - Sicherer Übergang vom Spital nach Hause: APN-geführte, integrierte geriatrische Versorgung

Beschreibung

AdvantAGE etabliert eine Advanced Practice Nurse (APN)-geführte, sektorenübergreifende geriatrische Übergangsversorgung in enger Zusammenarbeit mit einem interprofessionellen Team bestehend aus Ärztinnen und Fachpersonen aus Sozialberatung und Therapie. Die Konzeption des Versorgungsmodells orientiert sich an den Bedürfnissen älterer Patient:innen mit komplexen Versorgungssituationen und basiert auf internationaler Evidenz sowie einer umfassenden Analyse des lokalen Versorgungskontexts im Kanton Basel-Stadt. Konkret verfolgt das Projekt die Reduktion ungeplanter Wiedereintritte (90 Tage) sowie die Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgungskontinuität, der Patientensicherheit und der funktionellen Stabilität im häuslichen Umfeld. Das Modell demonstriert das Potenzial innovativer Versorgungsansätze zur nachhaltigen Verbesserung der Patientensicherheit, Kontinuität und Qualität der integrierten geriatris chen Versorgung in der Schweiz nachhaltig zu verbessern.

Bereich

AdvantAGE ist ein strukturiertes, sektorenübergreifendes Versorgungsmodelle, die die besonders vulnerable Phase nach dem Spitalaustritt systematisch begleitet, und somit eine nahtlose Verbindung zwischen Hospitalisierung und intensiver Versorgung im häuslichen Umfeld schafft. 

Laufzeit des Projekts

Phase 1: Kontextanalyse und Entwicklung von Interventionskomponenten und Implementierungsstrategien (2021-2023). 
Phase 2: Implementierung und Evaluierung des neuen Versorgungsmodells (2024-2025). 
Seit 2026 bis 2028 läuft die Weiterentwicklung der AdvantAGE-Versorgung.

Involvierte Berufsgruppen

Zusammenarbeit mit einem interprofessionellen Team bestehend aus Ärztinnen und Fachpersonen aus der Pflege, Sozialberatung und Therapie. 

Eignung

Das Modell demonstriert das Potenzial innovativer Versorgungsansätze zur nachhaltigen Verbesserung der Patientensicherheit, Kontinuität und Qualität der integrierten geriatrischen Versorgung in der Schweiz nachhaltig zu verbessern.

Ablauf

Das Projekt wird an der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER (UAFP) in Basel umgesetzt. Von 2021 bis 2023 wurde eine umfassende Kontextanalyse und Pilotphase durchgeführt, welche die Grundlage für die Entwicklung eines lokal anschlussfähigen, patientenzentrierten und evidenzbasierten Versorgungsmodells bildete . Zur präzisen Ausrichtung auf die Bedürfnisse älterer Menschen wurden qualitative Interviews mit Patient:innen, Hausärzt:innen und weiteren Fachpersonen sowie eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Eine breit abgestützte, bis heute aktive Interessensgruppe – bestehend u. a. aus SPITEX, Hausärzteschaft, kantonalen Altersorganisationen, Curaviva und Pro Senectute – begleitete den gesamten Entwicklungsprozess. Diese enge Zusammenarbeit stellte sicher, dass das Modell praxistauglich, bedarfsgerecht und zukunftsfähig ist. 
Von Februar bis Dezember 2023 wurde das neu entwickelte Versorgungsmodell im Rahmen einer Pilotphase getestet. Die Erfahrungen aus dieser Phase führten zu gezielten Anpassungen, etwa bei den Einschlusskriterien und einzelnen Interventionskomponenten. Gemeinsam mit einer Forschungsgruppe und dem klinisch tätigen Team wurde zudem ein logisches Modell erarbeitet, welches die erwarteten Wirkmechanismen abbildet. Seit Januar 2024 wird die neu entwickelte Übergangsversorgung in der UAFP angeboten. Das Versorgungsmodell enthält fünf Kernelemente: kontinuierliche Unterstützung von Mensch zu Mensch; Koordination mit den Leistungserbringern der Grundversorgung; ganzheitliche Versorgung zu Hause; Unterstützung beim Medikamenten- und Selbstmanagement sowie gesundheitliche Vorausplanung. Die Versorgung wird durch APNs geleitet, die mit ihren erweiterten klinischen, koordinativen und evaluativen Kompetenzen eine zentrale Rolle einnehmen. Unterstützt werden sie von einem interprofession ellen Team aus Sozialberatung, Geriater:innen, Ergotherapeuten und einer Ernährungsberaterin. 
Patient:innen werden bereits während des Spitalaufenthalts anhand definierter Kriterien wie Gebrechlichkeit und erhöhtem komplexem Versorgungsbedarf identifiziert. Noch vor dem Austritt führt die APN erste Gespräche, erfasst Risiken, Ressourcen und individuelle Ziele für die erste Zeit zu Hause und legt die notwendigen Versorgungsprioritäten fest. Nach dem Spitalaustritt übernimmt die APN die kontinuierliche Begleitung im häuslichen Umfeld und führt regelmässige Hausbesuche durch, in deren Rahmen die definierten Interventionselemente umgesetzt werden. Als zentrale Bezugsperson gewährleistet sie sektorenübergreifende Koordination, Kontinuität und einen reibungslosen Übergang zwischen Spital, Grundversorgung und dem häuslichen Setting. Die Hausbesuche erfolgen personenzentriert und werden bis zu 90 Tage nach dem Austritt durchgeführt. 

Methodik

AdvantAGE ist ein Implementierungsforschungsprojekt - Hybrid-Design (Type 1) - und besteht aus zwei Phasen: 
Phase 1: Kontextanalyse und Entwicklung von Interventionskomponenten und Implementierungsstrategien (2021-2023): 
Im Rahmen einer umfassenden Kontextanalyse wurden die Herausforderungen und Bedürfnisse in der Übergangsphase vom Spital nach Hause untersucht und existierende Strukturen und Angebote erfasst. Hierzu wurden neben qualitativen Interviews mit verschiedenen Stakeholdern (z.B. Patientinnen, Pflegende, Hausarztpraxen) auch eine quantitative Analyse bestehender Patientendaten zur Charakterisierung der potenziellen Zielgruppe durchgeführt. Relevante Interventionselemente und Implementierungsstrategien wurden mittels einer umfassenden Literaturrecherche identifiziert und auf Basis der Kontextanalyse angepasst und in einem logischen Modell zusammengefasst. 
Während der gesamten Projektdauer besteht eine enge Zusammenarbeit mit einer Gruppe von verschiedenen Stakeholdern. In regelmässigen Treffen wurden die Inhalte des neuen Versorgungsmodells, dessen Implementierung und Ergebnisse diskutiert. 

Phase 2: Implementierung und Evaluierung des neuen Versorgungsmodells (2024-2025) 
Nach einer kurzen Pilotphase wurde das neu entwickelte Versorgungsmodell an der UAFP eingeführt und getestet. Die Wirksamkeit wird im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie überprüft. Dazu werden die Auswirkungen des neuen Versorgungsmodells auf der Ebene des Gesundheitssystems (z.B. Wiedereinweisungen), der Gesundheitsversorger und der Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen (z.B. Zufriedenheit und gesundheitsbezogene Lebensqualität) auf Basis von quantitativen und qualitativen Daten erfasst und ausgewertet. Darüber hinaus umfasst die Evaluation eine Auswertung der Implementierungsprozesse und -outcomes (z.B. Akzeptanz, Machbarkeit) einschliesslich der Kosten im Zusammenhang mit der Intervention. 

Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Versorgungsqualität wurden mehrere Massnahmen implementiert: Root Cause Analysen bei Wiedereintritten, standardisierte Patientenbefragungen und die Überprüfung definierter Minimalkriterien zur Sicherstellung der Versorgungsqualität. 
Von Januar 2024 bis Dezember 2025 wird das Projekt im Rahmen einer klinischen Studie evaluiert. Diese untersucht primär den Effekt auf Wiedereintrittsraten sowie die Kosteneffektivität. Die Datensammlung endete im März 2026, wobei nach Abschluss der Datenanalyse erste Ergebnisse im Q4 2026 zu erwarten sind. 

Aufwand und Kosten

Finanzierung durch: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt / Stiftung Pflegewissenschaft / Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER. 
Die budgetierten Personalkosten belaufen sich bei einer Laufzeit von 2021 - 2028 auf 3’575'700 CHF. Für den administrativen Aufwand kommen noch Sekundärkosten hinzu, was zu einem Gesamtaufwand von rund CHF führt 3’654’414 CHF führt.

Nutzen und Wirksamkeit

Die Ergebnisse dieser Studie liefern wertvolle Hinweise zur Gestaltung einer integrierten Übergangsversorgung von älteren Menschen im Kanton Basel-Stadt. Das neue Versorgungsmodell hat zum Ziel älteren Menschen zu ermöglichen mit hoher Lebensqualität im häuslichen Umfeld zu verbleiben. Durch den implementierungswissenschaftlichen Ansatz können in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse über die Entwicklung und Umsetzung eines neuen Versorgungsmodells auf andere Kontexte übertragen werden.

Eine breit abgestützte, bis heute aktive Interessensgruppe – bestehend u. a. aus SPITEX, Hausärzteschaft, kantonalen Altersorganisationen, Curaviva und Pro Senectute – begleitete den gesamten Entwicklungsprozess. Diese enge Zusammenarbeit stellte sicher, dass das Modell praxistauglich, bedarfsgerecht und zukunftsfähig ist.

Weitere Informationen und Kontakt

Oliver Mauthner, RN, PhD, CNO Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER ([email protected])

Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTE
Monsieur Dr Oliver Mauthner
Burgfelderstrasse 101
4055 Basel

E-Mailoliver.mauthner
Tel076 419 33 60

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