Lernen Sie die wichtigsten Begriffe der Digitalisierung im Gesundheitswesen kennen.
Entdecken Sie zentrale Fachbegriffe für medizinische Fachkräfte und bleiben Sie auf dem neuesten Stand zu Themen wie Telemedizin, künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Innovationen im Gesundheitsbereich.
Die Blockchain ist eine spezielle Technologie zur Speicherung von Daten in dezentral organisierten Netzwerken – also in Systemen, die nicht von einer zentralen Instanz verwaltet werden.
Die Informationen werden in einzelnen Blöcken gespeichert, die chronologisch aneinandergehängt werden. Neue Datenblöcke werden dabei stets am Ende der Kette ergänzt und auf allen Rechnern im Netzwerk abgelegt. Mithilfe kryptographischer Verfahren wird sichergestellt, dass diese Reihenfolge nicht verändert werden kann – Manipulationen wären sofort erkennbar. Ein sogenannter Konsensmechanismus gewährleistet zudem, dass alle Teilnehmer im Netzwerk stets über den aktuellen Stand der Blockchain übereinstimmen.
Eine Programmierschnittstelle – auch als Application Programming Interface (API) bezeichnet – dient dazu, Daten und Dienste nach eindeutig festgelegten technischen Vorgaben bereitzustellen. Sie ermöglicht es zwei Maschinen oder Softwareanwendungen, über ein Netzwerk (in der Regel das Internet) miteinander zu kommunizieren.
Austauschformate im Gesundheitswesen sind technische Standards und Strukturen, die den automatisierten, einheitlichen Austausch von Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen IT-Systemen ermöglichen, um die Kommunikation zu verbessern und Fehler zu reduzieren.
Der Begriff «Big Data» steht für grosse Datenmengen aus vielfältigen Quellen, die mit hoher Verarbeitungsgeschwindigkeit erfasst, gespeichert und für unbestimmte Zwecke auf unbestimmte Zeit für Auswertungen und Ana-lysen verfügbar gemacht werden.
Ein Standard, der den elektronischen Austausch von Gesundheitsinformationen zwischen verschiedenen Softwaresystemen im Gesundheitswesen unterstützt.
HL7 bezeichnet eine Reihe international anerkannter Standards, die den elektronischen Datenaustausch zwischen verschiedenen Informationssystemen im Gesundheitswesen ermöglichen – insbesondere für medizinische, administrative und finanzielle Informationen.
GS1 (Global Standards One) ist eine weltweite, privatwirtschaftlich aufgestellte Organisation, die globale Standards zur Verbesserung von Wertschöpfungsketten gestaltet und umsetzt sowie weltweit für die Vergabe der Global Trade Item Number (GTIN) für Produkte sowie weiterer eindeutiger Idente zur Kennzeichnung von Anlagen, Behältern, Dokumenten und anderen Business Objekten zuständig ist. Mit dem GS1 System können eindeutige Identifikationen vorgenommen werden, z.B. Organisationen mit einer GLN.
Dt. Integration von Unternehmen im Gesundheitswesen.
Eine internationale Organisation, in der Gesundheitsfachpersonen gemeinsam mit Branchenvertreterinnen und -vertretern daran arbeiten, den Informationsaustausch zwischen Computersystemen im Gesundheitsbereich zu verbessern.
Interoperabilität bezieht sich auf den Grad, in dem ein Softwaresystem, ein Gerät, eine Anwendung oder eine andere Einheit nahtlos und koordiniert mit anderen Systemen kommunizieren und zusammenarbeiten kann – ohne dass dafür ein Eingreifen durch die Endnutzerinnen und Endnutzer erforderlich ist.
Die semantische Interoperabilität der Daten gewährleistet einen schnellen und systemübergreifenden Austausch von Gesundheitsinformationen während des Behandlungsprozesses. Dadurch können die Daten in den Informationssystemen verschiedener Gesundheitseinrichtungen genutzt werden, ohne dass Informationen verloren gehen.
Weltweit umfassendste Terminologie in der Gesundheitsversorgung um komplexe medizinische Sachverhalte semantisch korrekt und mit der notwendigen fachlichen Aussagekraft (Granularität) kodieren zu können.
Syntax bezeichnet die Regeln, nach denen Sprache richtig aufgebaut und beispielsweise geschrieben wird. Strukturelle Standards stellen sicher, dass Daten in einem einheitlichen Format vorliegen, sodass sie zwischen verschiedenen Systemen ausgetauscht werden können.
Technische Standards legen Anforderungen an Produkte oder Verfahren fest, wie beispielsweise Schnittstellen, Spezifikationen, aber auch Zertifikate oder DIN-Normen.
Dt. Klinische Entscheidungsunterstützungssysteme
Ein Clinical Decision Support System (CDSS) ist eine Softwarelösung im medizinischen Umfeld, die klinische oder strategische Entscheidungen unterstützt, indem sie relevante Informationen sammelt, aufbereitet und präsentiert, um Fachpersonen bei Diagnose, Therapieplanung oder Patientenüberwachung evidenzbasiert zu begleiten.
Digitale Gesundheitsanwendungen (DGA) sind zertifizierte Medizinprodukte auf Basis digitaler Technologien, die vor allem von Patientinnen und Patienten zur Prävention, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden und sowohl eigenständig als auch ergänzend zu medizinischen Fachleistungen wirken können.
Die Gemeinschaften und Stammgemeinschaften sind zertifizierte regionale oder nationale Organisationen, die die technische und organisatorische Infrastruktur schaffen, betreiben und verwalten, welche den Betrieb des elektronischen Patientendossiers (EPD) ermöglicht. Sie übernehmen damit eine zentrale Rolle als technische und administrative Betreiber, welche die sichere Speicherung, den Austausch und den Zugriff auf Patientendaten innerhalb des EPD-Systems gewährleisten.
Das EPD ist ein Ablagesystem für behandlungsrelevante Informationen und enthält Kopien von Einträgen aus der elektronischen Krankengeschichte des Patienten / der Patientin.
Das EPDG bildet den Rahmen für die Umsetzung und Nutzung des EPD. Es enthält die rechtlichen Grundlagen und somit die politische Verankerung des elektronischen Patientendossiers.
Oder Primärsysteme: Als Primärsysteme werden die Praxis und Klinik-Informationssysteme bezeichnet, in denen Spitäler, Arztpraxen, Apotheken oder Therapeuten die interne elektronische Krankengeschichte aufzeichnen. Diese interne elektronische Krankengeschichte oder -akte dient als primäre Basis für alle behandlungsrelevanten Entscheidungen. Im Gegensatz dazu wird das elektronische Patientendossier als Sekundärsystem positioniert, das lediglich als Quelle für
den Abruf weiterer medizinischer Daten dienen soll.
Oder Primärsysteme: Als Primärsysteme werden die Praxis und Klinik-Informationssysteme bezeichnet, in denen Spitäler, Arztpraxen, Apotheken oder Therapeuten die interne elektronische Krankengeschichte aufzeichnen. Diese interne elektronische Krankengeschichte oder -akte dient als primäre Basis für alle behandlungsrelevanten Entscheidungen. Im Gegensatz dazu wird das elektronische Patientendossier als Sekundärsystem positioniert, das lediglich als Quelle für
den Abruf weiterer medizinischer Daten dienen soll.
Point of Sale steht für die Verkaufsstelle bzw. ein Kassensystem.
Ein POS, beispielsweise in einer Apotheke, ist für die tägliche Verwaltung von Verkäufen und Lagerbeständen zuständig. Es kann E-Rezepte via QR-Code scannen, auslesen, validieren und entwerten, was Fehler reduziert und die Effizienz erhöht.
Kunden wählen Produkte aus, und der Verkäufer erfasst sie im POS. Das System berechnet den Preis, verarbeitet die Zahlung. Gleichzeitig werden die verkauften Artikel vom Lagerbestand abgezogen. Bei Erreichen bestimmter Lagergrenzen kann das System automatisch eine Nachbestellung auslösen.
Dt. Software als Medizinprodukt (SaMD)
Software als Medizinprodukt (SaMD) ist Software mit medizinischer Zweckbestimmung, die zur Diagnose, Prävention, Überwachung oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt wird und den regulatorischen Anforderungen unterliegt.
Unter dem Begriff E-Health werden Anwendungen ver-standen, die für die Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten moderne Informations- und Kommunikationstechnologien verwenden.
Elektronischer Medikationsplan.
Der elektronische Medikationsplan stellt die gesamte, aktuelle (verschriebene) Medikation eines Patienten / einer Patientin in einer übersichtlichen und benutzerfreundlichen Art dar.
Elektronisches Rezept
Das elektronische Rezept Schweiz stellt die elektronische Form einer Verschreibung eines Heilmittels durch eine dafür berechtigte Medizinalperson dar und ist ein regulär gültiges Arztrezept, das mit einem QR-Code versehen ist. Dieser QR-Code verweist auf eine Online-Plattform, auf der die Transaktionsdaten zentral verwaltet werden – ohne dabei persönliche Daten zu speichern.
Das elektronische Rezept entspricht dem IHE Pharmacy Profil PRE (Prescription).
Mobile Health (mHealth) bezeichnet medizinische Verfahren und Gesundheitsmassnahmen, die mithilfe von Mobilgeräten wie Smartphones, Sensoren, Patientenüberwachungsgeräten oder andere drahtlos angebundene Geräte unterstützt werden.
GPT-Modelle werden mit Milliarden oder sogar Billionen von Parametern trainiert. Ein grosses Sprachmodell lernt anhand unmarkierter Daten, Muster und Strukturen zu erkennen und dadurch die Fähigkeit des Modells zu verbessern, präzise Vorhersagen zu treffen.
Dt. Grosses Sprachmodell
Ein KI-Modell, das entwickelt wurde, um menschliche Sprache zu verstehen und zu erzeugen. Solche LLMs kommen in vielfältigen Anwendungen zum Einsatz – etwa zur Textgenerierung, Beantwortung von Fragen, Übersetzung von Inhalten oder zur Erstellung kreativer Texte.
Ein vom Benutzer eingegebener Input, auf den das System eine Antwort oder Ausgabe erzeugt. Ein textbasierter Prompt kann dabei Wörter, Buchstaben, Sonderzeichen, Zahlen sowie Links enthalten.
Behandlungsrelevante Daten oder Informationen sind jene Angaben, die im elektronischen Patientendossier von Gesundheitsfachpersonen oder Patientinnen und Patienten erfasst werden können und notwendig sind, um alle Beteiligten während der Behandlung oder Unterstützung im aktuellen gesundheitlichen Kontext zu informieren und zu leiten.
DigiSanté ist ein nationales Programm zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Es wurde im Auftrag des Bundesrates vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS) entwickelt – mit dem Ziel, die Behandlungsqualität, die Patientensicherheit sowie die Effizienz des Gesundheitssystems nachhaltig zu verbessern.
Dt. Digitale Kompetenzen
Digital Skills sind die Fähigkeiten, digitale Technologien effektiv und sicher zu nutzen, um Aufgaben zu erledigen und Informationen zu verarbeiten. Es geht dabei nicht nur um das Beherrschen von Software oder Hardware, sondern auch um das Verständnis, wie digitale Werkzeuge im Alltag und Beruf eingesetzt werden können.
Digitale Transformation ist der fortlaufende Veränderungsprozess, bei dem Unternehmen, Organisationen und Gesellschaft durch den Einsatz neuer digitaler Technologien Geschäftsmodelle, Strukturen und Prozesse grundlegend neu gestalten, um sich an veränderte Kundenbedürfnisse und Marktbedingungen anzupassen und innovative, oft disruptive Ansätze zu realisieren.
Übergeordneter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungsprozess, der durch digitale Technologien und veränderte Erwartungen von Kunden, Politik und Institutionen geprägt ist.
Digitalisierung beschreibt die Umwandlung analoger Prozesse, Informationen oder Medien in digitale Formate, um bestehende Abläufe schneller, effizienter oder automatisiert zu gestalten.
Die Global Location Number bzw. Globale Lokations-nummer (GLN) gemäss GS1 Konzept identifiziert global einheitlich Organisationen und Personen. Im eHealth Kontext wird sie für die Identifikation von Behandelnden und Gesundheitsorganisationen verwendet.
KI ist eine Technologie, die Maschinen mit menschenähnlichen Denkstrategien und Kompetenzen wie autonomer Entscheidungsfindung ausstattet. Durch das Lernen aus grossen Datensätzen lernt KI, Sprache zu verstehen, Muster und Trends zu entdecken, Probleme proaktiv zu lösen und künftige Zustände und Ereignisse vorauszusagen.
Bezeichnet Technologien, die im Recht eingesetzt werden, um Prozesse wie die Erstellung, Überprüfung und Verarbeitung von Dokumenten zu automatisieren.
Dt. Nationale Überwachung und Reaktion
Aufbau einer nationalen digitalen Plattform zur kontinuierlichen Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten in der Schweiz – einschliesslich einer dafür zuständigen Organisation zur Steuerung und Bereitstellung der entsprechenden Dienstleistungen.
Soziale Medien oder Social Media sind digitale Kommunikationskanäle, die der Vernetzung dienen. Sie konzentrieren sich primär auf das Teilen von Inhalten, sei dies öffentlich oder innerhalb eines definierten Netzwerks von Followern.
Der SwissHDS ist ein virtueller Raum, der einen sicheren, gesetzeskonformen, vollautomatisierten und standardisierten Datenaustausch ermöglicht. Er umfasst die Prozesse und IT-Systeme der Fachbereiche (Health Domains) sowie der Akteure (Health Actors) im Gesundheitswesen.
Cloud-Services sind von Drittanbietern über das Internet bereitgestellte IT-Dienstleistungen wie Infrastruktur (Rechenleistung, Speicherplatz o. ä.), Plattformen oder Software, die ohne eigene Hardware- oder Softwareanschaffung genutzt werden können.
Cybersicherheit ist der Schutz von Computersystemen, Netzwerken, Daten und Programmen vor digitalen Angriffen, unbefugtem Zugriff, Diebstahl und Beschädigung, um die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der geschützten Systeme zu gewährleisten.
Elektronische Identität
Die e-ID ist der staatlich anerkannte elektronische Identitätsnachweis der Schweiz. Sie ermöglicht es, die eigene Identität sowohl in der analogen als auch in der digitalen Welt eindeutig zu belegen. Ein digitaler Nachweis ist dabei eine Datei, die personenbezogene Informationen enthält und von einer zuständigen staatlichen oder privaten Stelle beglaubigt wurde.
Digitale Unterschrift Varianten: einfache, fortgeschrittene und qualifizierte elektronische Signatur.
Das Datenschutzgesetz (DSG) regelt in der Schweiz den Umgang mit Personendaten. Es bildet die Grundlage dafür, dass die Privatsphäre und die Grundrechte von Personen geschützt werden, wenn Daten von Behörden, Unternehmen oder Privatpersonen bearbeitet werden. Seit dem 1. September 2023 gilt das revidierte DSG (revDSG), das an moderne digitale Realitäten angepasst wurde und die Schweiz näher an die europäische DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) der EU heranführt.
Datenschutzstandards stellen sicher, dass Patientendaten geschützt sind. Hierzu gehören z. B. das Datenschutzgesetz (DSG) in der Schweiz oder spezielle Sicherheitsstandards für die IT im Gesundheitswesen.
Ziel des E-Government ist es, Verwaltungsabläufe mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnik bürgernah und effizient zu gestalten. Was bisher auf dem Papierweg von einer Behörde zur nächsten und dann zum Bürger erfolgte, soll zukünftig elektronisch abgewickelt und über-tragen werden. Es soll sicherstellen, dass die auf diesen Portalen gestarteten Geschäftsprozesse und zugehörige Daten/Dokumente über definierte Schnittstellen und zu-verlässige elektronische Transportwege zu den meist kantonalen Anwendungen bzw. Leistungserbringern gelangen.
Dt. Datenschutz durch datenschutzfreundliche Voreinstellungen (Technikgestaltung)
Durch Voreinstellung soll sichergestellt werden, dass personenbezogene Daten mit dem grösstmöglichen Datenschutz verarbeitet werden, damit diese Daten von vornherein nicht einer unbestimmten Zahl von Personen zugänglich gemacht werden.
Dt. Datenschutz durch Technik
Privacy by Design ist ein Gestaltungskonzept, bei dem der Schutz der Privatsphäre von Nutzerinnen und Nutzern von Anfang an in die Entwicklung von Technologien integriert wird.
Geschäftsbeziehungen, bei denen ein Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen an ein oder mehrere andere Unternehmen - also von Unternehmen zu Unternehmen - verkauft.
Beispiele:
Geschäftsbeziehung, bei der ein Unternehmen seine Produkte oder Dienstleistungen direkt an Privatpersonen (Endverbraucher) verkauft.
Beispiele:
Dt. Informations- und Kommunikationstechnologien
Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) umfasst alle technischen Mittel, die zur Erfassung, Speicherung, Übertragung und Verarbeitung von Daten und Informationen eingesetzt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbindung von Informationsverarbeitung und Kommunikation.
Dt. minimal funktionsfähiges Produkt
Die erste stabile, nutzbare Version eines Produkts / einer technischen Anwendung, die nur über Kernfunktionen verfügt.
Metadaten sind „Daten über Daten“ – sie beschreiben Inhalte, ohne deren eigentlicher Inhalt zu sein. Sie helfen bei der Suche, Organisation, Verständnis, Austausch und Langzeitarchivierung. Bei einer Videokonsultation sind bspw. die automatisch erhobene Dauer, der Standort der Teilnehmer und die Teilnehmeridentifikation Metadaten.